6. Mai 2021 um 17:00 – 18:00 ONLINE

„Social Governance als Erfolgsfaktor im Familienunternehmen.“

  • Verantwortung und Nachhaltigkeit sind Erfolgsfaktoren im Familienunternehmen.
  • Dabei ist Familienfreundlichkeit nicht nur eine Haltung, sie ist vor allem Ausdruck sozialer Verantwortung des Unternehmens für seine Mitarbeitenden, ihre Familien und die Zukunftssicherung des Unternehmens.
  • Wir wollen den Blick für ein drängendes Thema schärfen und mit unserer Diskussion Impulse für mehr Social Governance erhalten.

 

Andreas E. Mach im Gespräch mit:

  • Désirée von Bohlen und Halbach (Leitung Omsorg Business und 1. Vorsitzende von Desideria Care e.V.)
  • Clarissa Käfer (Aufsichtsratsvorsitzende der Käfer AG, Geschäftsführerin der Käfer Capital GmbH)
  • Eugen Turi (Ministerialdirigent i.R. Bayerisches Staatsministerium für Arbeit und Soziales, Familie und Integration, zahlreich engagiert im Bereich der Jugendhilfe, bei Senioren, Wirtschaft, Kunst und Politik)

 

 

Zum Thema:

Der Blick auf die Arbeitswelt wandelt sich. Menschen und ihre Beziehungen treten in den Vordergrund. Ganzheitliche verstandene Familienfreundlichkeit lässt sich nicht mehr auf allein Kinderbetreuung reduzieren, sondern beinhaltet auch das Thema Pflege kranker oder älterer Familienmitglieder. Pflege ist nicht planbar. Pflege macht abhängig und einsam. Und sie macht krank. Zwischen 8 und 10% aller Pflegenden sind berufstätig. Mit einem Zeitaufwand zwischen 2,6 und 7 Stunden täglich ist Sorgearbeit eine Dauerbelastung, die zu Ausfällen und Kündigungen führen kann. Die Folgekosten für den Arbeitgeber pro pflegenden Mitarbeitenden werden mit rund 14.000 EUR beziffert. Dabei haben nur 44% der Unternehmen wissentlich Erfahrung mit Beschäftigten, die sich um Angehörige kümmern.

Der Arbeitgeber von heute muss bei Problemen in der Familie seiner Mitarbeitenden flexibler werden, um auch weiterhin als Arbeitgeber attraktiv zu sein. Dies stärkt nicht nur und bindet den Mitarbeitenden, sondern fördert auch dessen Leistungsfähigkeit. In unserer Diskussion wollen wir Aufmerksamkeit auf ein drängendes Thema lenken, da „Vereinbarkeit von Beruf, Familie und Pflege“ schlussendlich auch einen Erfolgsfaktor für den Arbeitgeber darstellt.

 

„Ich werde die Begleitung von Demenz als wertvolle Bereicherung für Organisationen erfahrbar machen. Dabei verstehe ich mich als einzigartige Übersetzerin von persönlicher Verzweiflung in Potenzial für Organisationen. Gesundheit, seelisches Wohlbefinden und der Erhalt von Leistungsfähigkeit von Mitarbeiter*innen und Führungskräften im Spannungsfeld von Beruf, Familie und Pflege ist mir eine Herzensangelegenheit. Mit Omsorg Business entwickeln wir maßgeschneiderte Personal- und Organisationsentwicklungskonzepte und begleiten und entlasten Arbeitnehmer*innen in der Pflegesituation. Dies ist eine Kernkompetenz von uns.“

(Désirée von Bohlen und Halbach)

 

„Aus dem eigenen familiären Umfeld und aus meinem ehrenamtlichen Engagement für Senioreneinrichtungen und Hospize kenne ich die enormen Herausforderungen, die aus der Pflege und der Versorgung auch für Angehörige erwachsen. Daher ist es mir wichtig, dass wir als Familienunternehmen unseren Mitarbeiter/innen auch bei solchen Problemen verlässlich mit Rat und Tat Hilfestellung leisten. Das Bewusstsein für diese Themen müsste meines Erachtens in den Firmen noch weiter geschärft werden.“

(Clarissa Käfer)

 

„Ziel aller Engagements ist es die vielfältigen Initiativen, die es bei den einzelnen Themen gibt, zu vernetzen, um die Spendengelder noch zielgerichteter einsetzen zu können und letztlich damit auch zu hebeln. Viele Initiativen leisten eine sehr gute Arbeit wissen aber oft nicht wer sich auf diesem Sektor noch engagiert oder sieht in anderen Initiativen eine Konkurrenz. Dabei ist es besonders wichtig die Initiativen zu professionalisieren, um auch nach dem Ausscheiden der Initiatoren den Fortbestand zu sichern und das Ergebnis des Einsatzes der Spendengelder weiterhin zu gewährleisten. Für das Engagement von Firmen im sozialen Umfeld wäre es wichtig eine Anlaufstelle zu haben die Empfehlungen für interessante Engagements liefern kann.“

(Eugen Turi)

 

Kurz vorgestellt:

Désirée von Bohlen und Halbach ist Gründerin des Vereins Desideria Care ist Leiterin von Omsorg Business und Gründerin des Vereins Desideria Care, Systemischer Coach und familientherapeutische Beraterin, zertifizierte Trainerin EduKation demenz® und Silviahemmet-Trainerin. Silviahemmet ist eine Stiftung für den Umgang mit Demenzkranken, die von ihrer Tante I.M. Königin Silvia von Schweden gegründet wurde. Desideria Care e.V. ist ein gemeinnütziges Sozialunternehmen, das mit Impulsvorträgen, Workshops, Seminaren und Einzel-Coachings für den Erfolgsfaktor Familie im Unternehmen sensibilisiert und unter dem Label Omsorg Business professionelle Begleitung für pflegende Mitarbeiter*innen in Krisensituationen anbietet.

 

Clarissa Käfer ist Aufsichtsratsvorsitzende der Käfer Gruppe, Geschäftsführerin der Käfer Capital GmbH und Vorstand der Käfer Stiftung. Sie ist zudem im Aufsichtsrat des börsennotierten Unternehmens Ludwig Beck AG sowie der Münchner Bank e.G.. Sie leitet den Bereich des Beteiligungsmanagements der Käfer-Gruppe. Dabei investiert sie in junge Unternehmen, die mit Digitalisierung die Prozesse in der Gastronomie und Hotellerie vereinfachen. Die derzeit wichtigste Leidenschaft von Frau Käfer ist das Thema Sustainability. Ihr Ziel ist es, das Unternehmen Käfer für die Zukunft nachhaltig zu gestalten und damit die Gesundheit des Menschen, der Umwelt und der Erde zu bewahren. Schon im Jahr 2007 gründete Clarissa Käfer mit ihrem Mann die Käfer Stiftung. Im Jahr 2009 wurde die Käfer Schulungsakademie für die Mitarbeiter/innen von ihr errichtet. In der Käfer Stiftung unterstützt das Ehepaar ältere und hilfsbedürftige Menschen in München und Umgebung. Seit letztem Jahr startet die Käfer Gruppe einen umfangreichenNachhaltigkeitsprozess, um neben dem Bereich des Sozialen auch die Bereiche Ökonomie und Ökologie noch professioneller aufzusetzen. Clarissa Käfer ist ausgebildete Rechtsanwältin, Steuerberaterin und Wirtschaftsprüferin.

 

Eugen Turi ist Ministerialdirigent i.R. Bayerisches Staatsministerium für Arbeit und Soziales, Familie und Integration, Vorsitzender des Beirats der StartStark gGmbH, Stellvertretender Vorsitzender des Stiftungsrats der Josef und Luise Kraft Stiftung, Mitglied des Beirats der Mutaspir Stiftung, Vorsitzender des Kuratoriums des Münchner Konzertvereins und weitere ehrenamtliche Engagements im Bereich der Jugendhilfe, bei Senioren, Wirtschaft, Kunst und Politik.

 

Cover: Simon Gehrke Kommunikationsdesign www.simongehrke.de

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