Michael Käfer in der neuen Alphazirkel Publikation 2020


Die Geschichte von Feinkost Käfer ist nur eines von 20 Beispielen von erfolgreichen Familienunternehmen, die ALPHAZIRKEL-Gründer Andreas E. Mach in seinem neuen Buch „Die Macht der Familie“ (2020) erzählt …

Michael Käfer hat viele Talente. Er ist ein einfühlsamer Zuhörer und ein charmanter Gesprächspartner. Das hat ihm, seit er 1995 das Unternehmen und die Geschäftsführung von seinem Vater Gerd Käfer übernommen hat, viele treue Kunden verschafft, für die er Feste ausrichtet wie kein anderer. Die „Society“ von Sylt bis in die bayerischen Berge liebt ihn, er gehört selber dazu, und kein Wunsch bleibt unerfüllt. So ist der Geschäftszweig „Catering“ auch der größte Teil des Feinkostimperiums an der Isar, das zuletzt etwa 140 Mio. EUR umsetzte. Er denkt immer an seine Kunden, auch wenn er aufmerksam zuhört, denkt er daran, und so kann es passieren, dass sein Blick bei einem Termin in seinem Büro an Münchens Prinzregentenstraße nach draußen schweift, wo er Wagen und Chauffeur einer Kundin erkennt, die auf dem Weg in sein Geschäft ist. Also gleich ein Telefonanruf an den Geschäftsführer des Feinkosthauses, die Dame doch bitte persönlich zu empfangen und ihr das Osterei mit den besten Pralinen Frankreichs zu verkaufen, das im Laden wie immer geschmackvoll und atmosphärisch als saisonale Dekoration „inszeniert“ ist.

Sein Vater Gerd zusammen mit seinem Bruder Helmut waren die ersten Lebensmittelhändler in Deutschland, die in den 60er-Jahren Feinkost aus Frankreich im größeren Stil importierten. Auf den Buffets durften Hummer, Kaviar, weißer Trüffel und Gänseleber, natürlich phantasievoll angerichtet, nicht fehlen. Nach dem Ausstieg aus der Stammfirma hat Vater Gerd, der „Gourmet-Papst“, aus der Spielbank Wiesbaden, an der er beteiligt war, dem Sohn mit einem eigenen Cateringservice Konkurrenz gemacht, was das Vater-Sohn-Verhältnis jahrelang belastete. Michael Käfer hat darunter gelitten, auch seine erste Ehe ging in die Brüche. Seit 2007 ist er mit Clarissa Käfer verheiratet, das Paar hat zwei Söhne, sie ist Aufsichtsratsvorsitzende der AG. Das private Glück sieht man ihm an, er ist mit seinen 61 Jahren immer noch der fröhliche, jungenhafte Entrepreneur, den auch Nicht-Kunden seit Jahrzehnten aus den Gesellschaftsseiten der auch in München beheimateten Zeitschrift „BUNTE“ kennen.

Die Käfer-Gruppe beschäftigt über 1500 Mitarbeiter und hat ihren Hauptsitz im Ortsteil Parsdorf in der Gemeinde Vaterstetten bei München, wo Michael Käfer ein großes Einkaufszentrum besitzt. Das Unternehmen, dessen Alleinaktionär Michael Käfer ist, wird in den Unternehmensbereichen Einzelhandel, Gastronomie, Catering und Lizenzen geführt aus der Holding, der Käfer Aktiengesellschaft. Die Cateringsparte mit 70 Mio. EUR Umsatz ist dabei der größte und profitabelste Bereich des Unternehmens. Der Käfer Party Service betreut etwa 1.200 Veranstaltungen im Jahr mit rund 250.000 Gästen, in Deutschland und international.

Käfer betreibt im Stammhaus den Käfer Feinkostladen mit 1.200 qm Fläche in München-Bogenhausen, sowie 5 Käfer Delikatessen Märkte als Abholmärkte mit Selbstbedienung. Der Schwerpunkt von Käfers Aktivitäten ist und bleibt München, Angebote zur überregionalen oder internationalen Expansion, oder den Erwerb anderer Feinkost- oder Cateringunternehmen hat Michael Käfer bisher immer abgelehnt. In München, Hamburg und Basel betreibt Käfer auch Messegastronomie, an der Isar zusätzlich noch Theater und Museumsgastronomie.

Die Käfer Restaurants bestehen aus der Käfer-Schänke im Stammhaus in München mit gut 300 Plätzen, davon viele in kreativ gestalteten sogenannten „Stuben“ als „Private Dining“ und der Käfer Wiesn-Schänke auf dem Oktoberfest mit über 3.000 Plätzen in Haus und Garten. Legendär ist die Partystimmung in der ersten Etage der Käfer Oktoberfest Institution, wo man nur mit guten Beziehungen oder nach langjähriger Geschäftsbeziehung überhaupt einen Tisch reservieren kann. Im Bundestag in Berlin betreibt Käfer seit 1998 die Restaurants für die Abgeordneten und das Dachterrassenrestaurant für Besucher, das einzige öffentliche Restaurant in einem Parlamentsgebäude weltweit. Auf Gut Kaltenbrunn, einer ehemaligen königlichen Rinderzucht am Ufer des Tegernsees und heute im Besitz der Schörghuber-Gruppe, hat Michael Käfer ein Restaurant- und Gastronomiekonzept umgesetzt, vom Biergarten, über Restaurants zu Veranstaltungsräumen bis zu 1.000 Gästen. Und schließlich ist die Sternegastronomie in der BMW Welt auch ein Käfer Unternehmen, das „Esszimmer“ heißt.

Weniger erfolgreich waren und sind die Produkt- und Restaurantlizenzen der Käfer Gruppe. Es gibt zwar zwei solcher Restaurants am Flughafen München und einige Käfer-Shops bei Mitsukoshi in Japan sowie ein Restaurant KÄFER by The Binjiang One in Shanghai, aber der große internationale Durchbruch blieb der Marke, die in Deutschland einen hohen Bekanntheitsgrad genießt, verwehrt. Vor allem der Versuch, Käfer Produkte in den deutschen Lebensmitteleinzelhandel zu bringen, blieb auf wenige Produkte beschränkt, wohl weil die Gefahr, dass die „Gourmet Marke Käfer“ verwässert werden könnte, als zu groß eingeschätzt wurde und die Marke im Massengeschäft, vor allem international, keine Strahlkraft hat.

Ein Journalist hat schon mal vermutet, der umtriebige Gastro-Unternehmer, immerhin einer der 25 größten in Deutschland, könnte an „gastronomischer ADHS“ leiden, weil Michael Käfer immer wieder neue Projekte anpackt mit seinem ausgeprägten Wunsch, für den Kunden Neues zu erfinden. Käfer denkt viel nach darüber, was seine Kunden von Käfer erwarten, und sein Angebot orientiert sich sehr an der Idee, ein „Erlebnis“ zu verkaufen, egal ob es eine Party, ein Dinner, ein Essen im Restaurant oder der Einkauf im Stammhaus ist. Um die 15 Firmen gehören zur Holding, die Rendite soll bei etwa 10 % liegen, auch in der Schweiz hat Käfer sich mit Messe-und Großveranstaltungscatering versucht, sich dann aber wieder zurückgezogen und sich mit einer 37,5 %-Beteiligung an der Basler Wassermann & Company AG begnügt. Bei der Schrannenhalle am Münchner Viktualienmarkt ging das Konzept nicht auf, das Haus musste wieder schließen und wird nun an die italienische EATALY Kette vermietet.

Das verdiente Geld legt er in Immobilien an. Fachmärkte und Renditeobjekte zieren sein Portfolio. Mit Beteiligungen, auch an Firmen, die er versteht, zum Beispiel in der Systemgastronomie, hatte Käfer auch weniger Glück, was wahrscheinlich daran liegt, dass Michael Käfer als Gourmet-Entrepreneur sich in der Rolle des stillen Teilhabers nicht wohlfühlt.

Wer ihn gut kennt, kann mit ihm auch dann und wann mal über persönliches Glück und über die Zukunft sprechen, immerhin hat der sympathische und jugendliche Allround-Gastro-Unternehmer das 60. Lebensjahr bereits überschritten. Schon sein Vater war bis ins hohe Alter umtriebig und das Kitzbüheler Privathaus von Gerd Käfer, Käfer Wohnhaus, Stil- und Gourmetwelt zugleich, konnte man für Veranstaltungen mieten mit dem Gourmet-Impressario als Gastgeber, Chefkoch, Entertainer und Lifestyle Experte in einer Person. Der Gedanke an die Nachfolge von Michael Käfer oder daran wie er die nächsten Lebensjahrzehnte gestaltet, ist beseelt von der Idee, dass ihm das Unternehmertum „ja eben so ungeheuren Spaß macht und er gar nichts anderes weiß und kann, als Gäste glücklich zu machen.“ Seine Kinder sind noch im Grundschulalter.

Bei Michael Käfer zuhause gibt es auch eine Gourmet-Küche, Zugang ist aber nur für family & friends, wer 100 und mehr Stunden in der Woche arbeitet, Veranstaltungen konzipiert und kontrolliert, zahlreiche Firmen steuert, und immer das „Kundenerlebnis“ im Kopf hat, der will sich dann wohl auch mal privat zurückziehen können. Seine Rückzugsorte sind Familienurlaube überall dort hin wo es schön ist, aber seine Käfer-Welt hat er immer dabei, man könnte ja einen besonders guten Servicemitarbeiter oder Koch abwerben, ein atmosphärisch gelungenes Interiordesign übernehmen oder ein gastronomisch-kulinarisches Erlebnis mit nach Hause nehmen, um es in einem der vielen Käfer Unternehmen umzusetzen. Sein Credo: „Der Gast weiß heutzutage sehr viel und möchte beim Essen ein Erlebnis haben“. Käfer Kunden können also gespannt sein, was sich Michael Käfer für sie auch in Zukunft alles ausdenken wird. Die Gründung einer Aktiengesellschaft als Holdinggesellschaft hingegen könnte darauf hindeuten, dass Michael Käfer daran denkt, auch Dritte an seinem Unternehmen zu beteiligen oder eine Allianz mit einem anderen Unternehmen einzugehen Es bleibt spannend im Hause Käfer.

Foto: Michael Käfer vor dem Stammhaus in der Prinzregentenstraße in München, Quelle: Feinkost Käfer

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