Newsletter Winter 21/22: Review und Preview


In 2021 es uns gelungen, weiterhin Online Conversations zu aktuellen wie wichtigen Themen anzubieten und in Kooperation mit der UnternehmerTUM Leuchtturm-Events wie die „VDA Future Tech Days“ und den „Food Summit“ mit anschließendem Networking zu ermöglichen. Auch im exklusiven, sehr kleinen Kreis konnten wir uns zu einer interessanten Diskussion über „Kunst als Asset“ im internationalen Handels- und Auktionshaus Hirsch Nachfolger sowie über den „Umbruch im stationären Handel“ bei Eduard Meier München einfinden und im Dezember zwei Delegationsreisen nach Kalifornien durchführen.

Für das neue Jahr planen wir neben den nunmehr bekannten Online-Formaten spannende Präsenzabende sowie Kultur- und Delegationsreisen. Im Fokus stehen Innovationsthemen in Kooperation mit der UnternehmerTUM, die wichtigen Pfeiler Nachhaltigkeit, Nachfolge und Transformation, Unternehmensbesuche bei Hidden Champions und Einzelinterviews mit Unternehmern, eine Diskussionsreihe zu den sieben in der ALPHAZIRKEL Publikation (2022) beschriebenen Themen, die das Familienunternehmen über Generationen erfolgreich machen. Unsere Reisen werden uns nach Frankreich, Italien, Großbritannien, in die Türkei, nach Israel, Südkorea und Japan führen, sofern es die allgemeine Lage zulässt.

Neu angepasst haben wir die Startzeiten unserer Events. Für Online Conversations bleibt es bei 17 Uhr, doch unsere Präsenzveranstaltungen, die als Leuchtturm-Events zum Teil zwei bis drei kürzere Panels zu Gast haben, beginnen eine Stunde früher als gewohnt um 18 Uhr, damit für das anschließende Networking genügend Zeit bleibt. Wenn es sich anbietet, sind unsere Events hybrid, werden also gestreamt und im Anschluss als Podcast zusammengefasst.

 

REVIEW Herbst 2021

ALPHAZIRKELxUnternehmerTUM Food Summit „Farm.Food.Future“ 

Zu Gast im Munich Urban Colab, standen vier Panels Rede und Antwort zu den globalen Herausforderungen, Lösungen und Trends in den Bereichen Agri-, Aqua- und Food-Tech. Fazit: Es braucht eine grundlegende Veränderung unseres Handelns und Landwirtschaftens, um eine wirklich nachhaltige Zukunft für kommende Generationen zu ermöglichen. „Regenerative Landwirtschaft“ ist hier ein passender Ansatz. Lebensmittel aus Aquakultur haben das Potenzial, als nachhaltige, umweltfreundliche Proteinquelle zu dienen. Dazu bedarf es jedoch auch noch großer Veränderungen der Fischerei und Aquakultur-Industrie hin zu nachhaltiger Erzeugung und mehr Biodiversität. Viele Investitionen gehen in den Bereich der alternativen, pflanzenbasierten Proteingewinnung. Im Vergleich zu anderen Ländern gibt es in Deutschland in Bezug auf Food-Innovationen noch Aufholbedarf. Startups gehen ein großes Risiko ein im Bereich der Landwirtschaft, da es unsicher ist, ob Regularien die jetzt entwickelten Innovationen in der Zukunft umsetzbar machen. Der Wunsch nach mehr Unterstützung durch die Politik, nach weniger Bürokratie und nach mehr Frühphasenkapital sowie einem besseren Ökosystem kamen beim abschließenden Panel mit Vertretern aus dem bereits tätigen Mittelstandsunternehmen durch. Eine weitere Herausforderung ist und bleibt die ständige Forderung des Einzelhandels und der Konsumenten nach frischen, besten und gleichzeitig sehr günstigen Lebensmitteln und die Markt- und Preismacht der dominierenden Einzelhandelsketten. Am Ende ist allerdings der Verbraucher der mächtigste Change-Agent und der muss umdenken, wenn Produkte aus ökologischem Landbau in Zukunft überwiegen sollen.

 

Delegationsreisen nach Kalifornien im Dezember

„Megatrends, die unsere Geschäftsmodelle und Unternehmen positiv beeinflussen können“, darum geht es bei den ALPHAZIRKEL Delegationsreisen, die im Dezember 2021 wieder stattfinden konnten. Organisiert und durchgeführt von Dr. Albert M. Geiger, ging es in zwei Gruppen an die US-Westküste, um zunächst die Megatrends in der Foodbranche und in Punkto Nachhaltigkeit aufzuspüren. Die Philosophie der Region, dass Gäste nicht als Fremde, sondern als neue Freude kommen, machte den Empfang gleich doppelt zum Erlebnis.

Das straffe Programm der Food&Sustainability-Reise öffnete die Türen zum Beispiel bei FishWise (führend in nachhaltiger Fisch- und Meeresfrüchteproduktion), Upside Foods (Entwickler von kultiviertem Fleisch, das verfügbar, wohlschmeckend und bezahlbar ist), Farmx, (dem Entwickler eines Hightech Ernte-Systems), Black Sheep (nachhaltige, pflanzenbasierte Fleischersatzprodukte), Plantible Foods (Entwickler von innovativen Technologien zur Produktion von pflanzenbasiertem Eiweiß) und BlueNalu (führend in der Produktion von kultivierten Fischprodukten). Besuche bei Plug and Play, geführte Touren durch die weltbekannten Universitäten Standford, Berkeley und University of Southern California standen ebenso auf dem Plan wie Besuche beim deutschen Familienunternehmen Goldbeck im Menlo Park und beim Los Angeles Cleantech Incubator (LACI), der sich der Entwicklung, Beschleunigung und Vermarktung von „clean technologies“ verschrieben hat.

In Kooperation mit dem VDA besuchten die Teilnehmer der zweiten Delegationsreise nach Kalifornien namhafte Tech-Hotspots zwischen Los Angeles und San Francisco. Am Ende blieben keine Fragen zu Mobilitäts-Chancen und -Lösungen mehr offen. Das umfassende Programm deckte Kultur, Wissenschaft und Besuche bei Startups, Unis und bekannten Marken ab, um nur ein paar Beispiele zu nennen: Apex.AI (Softwareproduzent für Mobilitätssysteme), Porsche Digital (Entwicklung und Verbesserung digitaler Lösungen), Robert Bosch Venture Capital GmbH (Frühphaseninvestor), Equation (VC), BMW iVentures, Aeva (Technologieanwendungen), Lucid Motors (Produzent von Elektrofahrzeugen), Apple, Launcher (Space Technology), Mynaric (Laser Communication), Radiant (Nuclear Technology) und Hyperloop Transportation Technologies. Neben den obligatorischen Besuchen bei Plug and Play, den Führungen durch die weltbekannten Universitäten Standford, Berkeley und University of Southern California, bot ein Vormittag im Getty Center Los Angeles den kulturellen Abschluss.

 

Online Conversations

In der Diskussion „Sicherheitslücke Mensch?! Cybersecurity in Zeiten von Remote Work“ mit der Firma SoSafe bekamen wir einen ernstzunehmenden Überblick in die weltweite Hacker-Industrie, die mit ihren Angriffen große Summen an Geld einnehmen und inzwischen auch kleinere Unternehmen angreifen. Viele Unternehmen (78%) merken innerhalb von 24h gar nicht, dass sie angegriffen wurden, was eine große Sicherheitslücke darstellt. Neun von zehn Hackerangriffen starten mit „dem Faktor Mensch“; der Mensch kann aber auch Teil der aktiven Verteidigung gegen Hackerangriffe sein. Unternehmen sollten sich technisch absichern (Spam Filter, Update Management) und insbesondere ihre Mitarbeitenden für das Thema sensibilisieren und Aufmerksamkeit für die Gefahren schaffen.Cybersecurity ist ein C-Level Thema (CEO und CFO) und nicht nur beim COO verhaftet. Cybersecurity Trainings werden von vielen Arbeitnehmenden als Mehrwert wahrgenommen und bilden zudem ein positives Employerbranding.

Unter dem Titel „live.virtuell.hybrid“ brachten uns Invitario (unser Einladungsmanagement- Partner im ALPHAZIRKEL) sowie die erfolgreiche Engel Holding aus Austria die neuen Chancen in einer neuen Ära von Events, Marketing & Vertrieb näher. Denn virtuelle und hybride Formate werden auch in Zukunft („nach der Pandemie“) eine wichtige Rolle spielen. Derzeit gibt es eine Insellandschaft an proprietären virtuellen Systemen – jedes System ist etwas anders programmiert und aufgesetzt. Für virtuelle Veranstaltungen ist es aber wichtig, nur eine Eventmanagement-Plattform zu haben, die all diese Systeme zusammenführt und eine einfache Handhabung und Integration ermöglicht. Das Sammeln und Auswerten von Daten, die bei Events erfasst werden können, sind nicht nur deutlich einfacher geworden, diese Daten stellen auch ein wichtiges Asset für Unternehmen (beispielsweise im Marketing) dar. Ein virtueller Auftritt ist zwar nicht billiger als eine Präsenzmesse, aber er kann wiederverwendet werden und eine langfristige Rentabilität schaffen. Ein Technologieanbieter, der ein geeignetes virtuelles Format für „Hallway-Meetings“ und „One-on-One“ Konversationen schafft, wird das nächste Unicorn, denn diese spontanen Meetings werden derzeit noch nicht virtuell abgebildet. Wir beobachten diesen Trend weiter.

Die Lessons Learnt aus unserem Online Gespräch mit Dr. Brigitte Mohn zum Thema „Deutschland und Europa neu erfinden“ am 18. November lassen sich wie folgt zusammenfassen: Eine enge Zusammenarbeit von Unternehmen, Regierung, der jungen Startup Community und der Forschung bildet in Israel ein erfolgreiches Ökosystem für Innovation, das Vorbild für Deutschland und Europa sein kann. Die Frage ist, ob es hierzulande den politischen Konsens und Willen gibt, klare Investitionen zu tätigen und eine Gründerkultur mehr zu inzentivieren. Innovation muss auch im Sinne der Gemeinwohlentwicklung gedacht werden – einen gesellschaftlichen Mehrwert schaffen. Die Definition von Wohlstand sollte neu ausgerichtet werden, um Nachhaltigkeit in den Mittelpunkt unserer Wirtschaft und Gesellschaft zu stellen. Das umfasst auch eine Neudefinition von Return on Investment – weg von rein finanziellem Return, hin zu sozialem Return. Es ist wichtig die richtige Balance zu halten zwischen privatem Einfluss auf staatliche Systemgestaltung und einer Garantie, dass große Tech Giganten den Mittelstand nicht verdrängen. Große Herausforderungen, im Forschungsbereich, können nur auf multilateraler Zusammenarbeit gelöst werden, das hat auch die Corona Pandemie gezeigt. Eine Neudefinition von Wohlstand und Rendite, so das Fazit, ist nötig, nicht zuletzt für den Zusammenhalt der Gesellschaft.

Aus unserem Online Gespräch mit Albrecht Hengstenberg zum Thema Fremdmanagement im Traditionsunternehmen konnten wir lernen, dass eine patriarchalische Erbkultur (von Positionen) im Familienunternehmen (natürlich) nicht mehr zeitgemäß ist und es neuer Strukturen und Kulturen bedarf, die aber selbst im Traditionsunternehmen wie Hengstenberg möglich sind, wenn auf der Gesellschafterseite hierzu Konsens besteht. Das Aufbrechen des Automatismus in der Erbfolge erfordert jedoch Transparenz und Einbindung aller Beteiligten, um erfolgreich zu sein. Bei Hengstenberg werden die strategischen Leitlinien auch mit Fremdmanagement von den Gesellschaftern festgelegt. Diesen entsprechend werden die Geschäftsführung oder der Verwaltungsrat ausgewählt und besetzt. Ein Verwaltungsrat kann zusätzliche Expertise bringen und neue Impulse setzten, um den Wandel zu gestalten und adäquat erfolgreich umzusetzen. Die Gesellschafter wählen diesen und berufen ihn für einen überschaubaren Zeitraum. Der Verwaltungsrat ist Sparringspartner für die Geschäftsführung und wichtige Informationsquelle für die Gesellschafter. Wir halten fest: Das A und O ist die transparente Kommunikation zwischen allen beteiligten Parteien.

 

PREVIEW Frühjahr 2022

Der ALPHAZIRKEL Neujahrsempfang am 10. Februar widmet sich der Nachhaltigkeit. Ab 18 Uhr sind wir zu Gast im neuen veganen Restaurant von Feinkost Käfer, dem „Green Beetle“. Nach der Verleihung des ALPHAZIRKEL Social Impact Awards an Cecile Blilious (Head of Impact&Sustainability | Pitango Venture Capital, Tel Aviv) wird Andreas E. Mach mit Cécile Blilious (Pitango VC), Michael Durach (Develey) und Clarissa Käfer (Feinkost Käfer) über „Nachhaltigkeit im Familienunternehmen“ diskutieren.

Wir starten unsere 7-teilige Diskussionsreihe zu unserer Publikation „Erfolgsfaktoren im Familienunternehmen“. In der ersten Online Conversation am 17. Februar um 17 Uhr zum Kapitel „Das unternehmerische Vermächtnis, Legacy und Weitergabe“ spricht Andreas E. Mach mit Dkfm. Elisabeth Gürtler (Hotelière | Astoria Resort Seefeld in Tirol) über ihren Beitrag: „Trendition ist, wenn aus Tradition Innovation wird“. In einem interdisziplinären Projekt im Jahr 2019/2020 wurden zwischen dem Lehrstuhl von Prof. Dr. Torsten Wulf Lehrstuhl für Strategisches Management, und dem ALPHAZIRKEL ein Bündel von Erfolgsfaktoren für das erfolgreiche Bestehen von Familienunternehmen über Generationen erarbeitet. Anschließend haben Andreas E. Mach und die Co-Autoren 23 persönliche Interviews mit Familienunternehmern in Deutschland, Österreich und der Schweiz geführt in denen diese Erfolgsfaktoren vor dem Hintergrund des jeweiligen Unternehmens und seiner Gesellschafterfamilie hinterfragt wurden. Anschließend wurden vom interdisziplinären Forschungsteam die Familienunternehmen den Erfolgsfaktoren zugeordnet, für die jeweils eine kurze Einleitung mit dem derzeitigen Forschungsstand zu den jeweiligen Erfolgsfaktoren verfasst wurde. Das Buch wird im Laufe des Jahres 2022 erscheinen.

Den Sternen nähern wir uns in der ALPHAZIRKELxUnternehmerTUM Reihe am 21. Februar 2022 um 18 mit dem Thema „AEROSPACE – Munich: The New Tech Hub in Europe?“ In drei Panels mit spannenden Teilnehmern erfahren wir von neuen Ideen unserer Münchner Startups, die sich international vergleichen lassen. So laden wir digital Aerospace-Unternehmen aus Kalifornien hinzu. Schlussendlich stellen wir zur Diskussion, ob München der neue Aerospace Tech Hub in Europa wird. Es sieht so aus, denn „Tech follows Money“ und die Investitionen in diesen Bereich scheinen deutlich zu steigen.

Am 24. Februar um 18 Uhr freuen uns wieder auf einen klassischen Unternehmerabend in bewährtem Format und mit zahlreichen live Gästen im Palais Montgelas im Hotel Bayerischer Hof spannenden Thema: „Künstliche Intelligenz: Medizin und Forschung im Wandel“ mit Prof Dr. Dr. Christoph Klein (Care4Rare), Stefan Vilsmeier (CEO und Gründer von Brainlab), Dr. Patrick Pfeffer (CEO Aescuvest) und Startups. Es sind diesmal zwei Panels geplant. Es ist der dritte Versuch, unsere Reihe mit der Care-for-rare Stiftung als Präsenzveranstaltung durchzuführen. Aus den letzten beiden Online Conversations sind zwei spannende Podcasts entstanden zu den Themen: „Forschung und Medizin – das Investment der Zukunft“ und „Verbesserung von Diagnostik, Therapien und Prävention durch Genomsequenzierung“.

 

Unser nächster Newsletter mit den Zusammenfassungen unserer Formate erscheint Ende März 2022.

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