23. Januar 2020 um 19:00 – 22:00 Palais Montgelas im Hotel Bayerischer Hof
Promenadeplatz 2-6
80333 München

„Was werden wir auf der Welt in Zukunft noch essen (dürfen)?“

Andreas E. Mach moderiert die Diskussion über die Notwendigkeit neuer Lebensmittel und Anbaumethoden in besonderer Berücksichtigung des afrikanischen Kontinents, mit unseren Panelgästen:

  • Dr. Auguste Prinzessin von Bayern (Vorstandsvorsitzende des Förderkreises BIOTOPIA – Naturkundemuseum Bayern e.V.)
  • Stephan Becker-Sonnenschein (Founder & Head of Global Food Summit)
  • Claudia Jerger (Vizepräsidentin des Kuratoriums YOU Stiftung)
  • Georg Schweisfurth (Geschäftsführer des ökologischen Tagungs- und Veranstaltungshotels Gut Sonnenhausen, Kuratoriumsmitglied in der Schweisfurth-Stiftung, Bio-Food-Autor, Mitgründer von basic, EPOS und BIOfairAFRICA)

 

Dr. Albert M. Geiger moderiert die Diskussion über die Entwicklungen in den Industriestaaten und deren technologischen Möglichkeiten zur Herstellung alternativer Lebensmittel mit besserer Ökobilanz, mit unseren Panelgästen:

  • Michael Behr (Geschäftsführer der Nutramaxx Food GmbH)
  • Prof. Dr.-Ing. Sabine Grüner-Lempart (Lehrstuhl für Verfahrenstechnik, Bioverfahrenstechnik und Bioreaktionstechnik an der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf)
  • Johannes Kölker (Geschäftsführer der Vion Convenience GmbH | Startup ME-AT The Alternative)
  • Annette Müller (Head of PR & Sustainability Projects der Fattoria La Vialla,Toskana)
  • Barbara Scheitz (Geschäftsführerin der Andechser Molkerei Scheitz GmbH)

 

 

Zusammenfassung:

Wir sprachen davon: Der Gedanke an die Lebensmittel von Morgen raubt dem Gourmet den Schlaf. Kekse aus Insekten, Fleisch aus dem Labor, Algen statt Gemüse. Der Klimawandel und das Wachstum der Weltbevölkerung wird bis zur Mitte dieses Jahrhunderts bedrohliche Formen annehmen: wir brauchen mehr Lebensmittel, deren Produktion klimafreundlich ist. Gerade die Fleischproduktion wird sich aufgrund der vorhandenen knappen Ressourcen in Zukunft deutlich verändern müssen. Die Umweltorganisation WWF rechnet, dass die Produktion eines Kilos Rindfleischs außerhalb der EU an die 50 Quadratmeter Fläche verbraucht und dazu etwa 20 l Wasser, von der Belastung der Umwelt durch Tierhaltung und den CO2 Emissionen ganz zu schweigen. Für die gleiche Menge Kartoffeln reicht ein Viertel. Der Megatrend zu nachhaltigem Leben im Interesse künftiger Generationen dürfte auch die Suche nach alternativen Eiweißquellen beschleunigen, sagt kein geringer als der Nahrungsmittelkonzern Nestle. Pflanzenproteine in der Ernährung sind dazu auch noch gesünder. Studien zeigen, dass mit zunehmendem Genuss von pflanzlichen Proteinen das kardio-vaskuläre Erkrankungsrisiko deutlich abnimmt.

Aber auch die Gourmets können aufatmen, zumindest vorerst. Wenn es gelingt, den Anteil der ökologischen Landwirtschaft weiter zu erhöhen, werden wir auch weiterhin Lebensmittel produzieren, die im Einklang mit Mensch, Tier und den natürlichen Ressourcen stehen. So können hochwertige Lebensmittel hergestellt und die natürlichen Produktionsgrundlagen wie Böden, Artenvielfalt, Gewässer und das Klima gesichert werden. Dies ist dringendst notwendig, denn die Schäden an Umwelt und Klima sind vielfach bereits heute irreversibel.

Eine der Erkenntnisse der beiden spannenden Diskussionen war wohl auch, dass der schonende Umgang mit Umwelt und Ressourcen deutlich an Bedeutung gewinnen muss, und es ein Nebenher von High-Tech- und Low-Tech-Landwirtschaften geben wird. Über die Frage inwieweit Gentechnik zum Einsatz kommt, gab es naturgemäß keine einheitliche Meinung. Allerdings waren sich die Experten beider Podiumsdiskussionen einig darüber, dass es auch digitale, maßgeschneiderte Lösungen geben muss, besser und umweltverträglicher und gleichzeitig profitabler zu produzieren. Die steigenden Weltbevölkerung und die Klimakatastrophe geben hierzu den Rahmen. Wir legten ein besonderes Augenmerk auf den afrikanischen Kontinent und die Bedingungen dort. Auch wenn die Armutsbekämpfung in Afrika nach Jahrzehnten von Entwicklungshilfe nur punktuelle Verbesserungen der Lebensbedingungen erreicht hat, so zeichnen sich doch durch die Digitalisierung in Afrika interessante „innovations-hubs“ ab, die zu sehr positiven Effekten in ihren Ländern und Gesellschaften führen.

 

Zum Thema:

Weltweit knappe Ressourcen, höhe Bevölkerungszahlen und eine kollabierende Umwelt – was können und dürfen wir in Zukunft noch essen?

Die ungerechte Verteilung von Klimabedingungen und fruchtbaren Böden, Nahrungsmitteln und Geld auf dem Globus war schon immer ein Thema, das uns alle beschäftigt.

Seit langem erfährt die Lebensmittel- und Gesundheitsbranche in den Industrienationen eine Verschärfung der Probleme durch die Zunahme an Erkrankungen durch Umweltgifte, schlechte Nahrungsmittelzusätze, Plastik, Pestizide und vielem mehr.

Während die westliche Bevölkerung an Überzuckerung und Übergewicht leidet, geht es in anderen Gebieten der Erde um Mangel an Wasser und Boden, um unerträgliche Temperaturen bei gleichzeitigem Anstieg von Krisen und Bevölkerungszahlen.

Das übergeordnete Problem, das sowohl die satten Industrienationen als auch die hungernden Entwicklungsländer betrifft, sind das Klima und dessen Schutz. Der Klimawandel drängt alle Erdbewohner dazu, dass Ernährung, dessen Produktion, vor allem dessen Verpackung und Entsorgung neu gedacht und umgesetzt werden müssen. Laut Umweltbundesamt produziert jeder Deutsche 220 Kilo Müll pro Jahr, davon landen 85 Kilo Lebensmittel im Abfall.

Die Presse ist überfüllt mit Artikeln über Aktivisten und neue Trends in der Lebensmittelindustrie. Auch der ALPHAZIRKEL beschäftigt sich in seiner Auftaktveranstaltung 2020 mit den globalen Fragen:

  • Was dürfen und können wir in Zukunft noch anbauen?
  • Wie schaffen wir genügend Nahrung, Verpackung, Transport und recyceln dieses alles?
  • Wie und was produzieren wir, damit die Ernährung gesund bleibt und dessen Produktion ebenfalls?
  • Wie schaffen wir nachhaltigen Anbau, gesunde Nahrung und vor allem die Versorgung der Weltbevölkerung?

Wir laden Sie herzlich ein, mit uns zu diskutieren!

 

Cover: Simon Gehrke Kommunikationsdesign www.simongehrke.de

Fotos: Max von Eicken

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