24. Januar 2019 um 19:00 – 22:00

„Tech for Good“ – ALPHAZIRKEL Neujahrsveranstaltung 2019

Neue Technologien für gute Zwecke, für wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Mehrwert.

Eine von Andreas E. Mach und eine von Dr. Albert M. Geiger moderierte Diskussion mit:

  • Markus Bodenmeier (Vorstand/CFO AQAL AG)
  • Patrick Knodel (Vorstand der knodel foundation, PANDION AG)
  • Julia Prettl (RA, Stiftungsvorstand der Prettl Gruppe, Gesellschafter bei The Combinator AG)
  • Dr. Tobias Rosenthal (Gesellschafter und Corporate Development der Baerlocher Gruppe)
  • Sinan Carikci (The World Datanomic Forum, strategische Integration)
  • Nikolaus von Taysen (Entrepreneur, Gründer von Finparx)
  • René Wienholtz (ehem. Vorstand für Technologie & Innovation STRATO AG / Business Angel / CEO ION Impact (i.Gr.))

Begrüßung:

  • S.K.H. Prinz Ludwig von Bayern (Gründer-CEO von Learning Lions / www.learninglions.org) Learning Lions ist ein Projekt in Turkana/Nordkenia, das Afrikas ersten Google Impact Challenge Award 2018 gewann.

 

Impressionen:

 

Zusammenfassung der Diskussion (von Ricarda Campe)

S.K.H. Prinz Ludwig von Bayern begrüßte das Publikum mit Worten: Er lobte das Duo Geiger & Mach und deren Themenauswahl für die Unternehmerabende des Alphazirkels. Die Themen sind bedeutsam und aktuell, dabei ist das persönliche Engagement deutlich zu spüren. Die Panelmitglieder diskutierten über das Spektrum von gesellschaftlichen Impacts, die von Unternehmen und Privatpersonen gestaltet werden können. Im Kontrast wurden auch die Probleme beleuchtet, die mit finanziellen Spenden einhergehen und Anreize schaffen, wie man einen positiven Impact erzeugen kann.

In Kenia sind die Menschen in der Nutzung mobiler Datendienste Europa weit voraus, dennoch funktionieren die Infrastrukturen und die einfachsten Dinge nicht. Als Folge von Leapfrogging, d.h. dem Überspringen von Entwicklungsstufen, ist diese Technologisierung dort stark ausgeprägt, demgegenüber ist eine lebenssichernde Grundversorgung eher die Ausnahme.

Technologie muss genutzt werden, um in diesen Ländern einen Impact zu schaffen. S.K.H. Ludwig von Bayern hat die Organisation „Learning Lions“ ins Leben gerufen. Jungen Menschen werden Bildung und ein weiterführender Job angeboten. Es ist ein Privileg, die finanzielle Möglichkeit zu haben, mit dem eigenen Vermögen anderen Menschen zu helfen und Zustände verändern zu können. Dabei sollte die Förderung mit Bedacht ausgewählt werden. Eine For-Profit-Organisation ist dabei nicht auszuschließen, denn auch gewinnorientierte Organisationen können einen gesellschaftlichen, positiven Zweck erfüllen. Ludwig von Bayern ist hierfür ein hervorragendes Beispiel. Er handelt gezielt, um einen positiven Impact in Kenia zu schaffen. In unterentwickelten Regionen erfordert es konkrete und nachhaltige Lösungen. Das Eingreifen, Verändern und Gestalten in solchen Regionen muss vorausschauend und sorgfältig geschehen. Hinter einem sozialen Impact sollte immer eine Botschaft stehen. Geld zu spenden, ohne dahinter zu stehen und ohne eigenes Engagement ist nicht der richtige Ansatz. Eine Stiftung ins Leben zu rufen ist ein Anfang, aber es steckt viel Arbeit dahinter, damit die Spende bei den Richtigen ankommt und etwas bewirkt wird.

Probleme entstehen, wenn die Organisation nicht nachhaltig agieren. Es reicht nicht eine Schulausbildung zu ermöglichen, vielmehr müssen weitergehende Möglichkeiten geschaffen werden, um z.B. eine Lehre oder ein Studium zu absolvieren.

In Kenia funktioniert die Landwirtschaft nicht, viele Lebensmittel werden aus dem Ausland eingeführt. Der richtige Ansatz beinhaltet den Menschen in die Lage zu versetzen, ihren eigenen Acker zu bewirtschaften, anstatt ihnen nur Lebensmittel zu spenden. Die Bevölkerung muss ausgebildet werden und gezeigt bekommen, wie sie ihre Ressourcen nutzen können. Projekte wie TAKE ME BACK setzen genau hier an. Sie bilden junge Leute aus, lassen sie studieren und senden sie in die Welt. Nach ihrer Rückkehr in die Heimat können sie dort ihr Wissen anwenden und auch ihren Landsleuten helfen. Im Idealfall gelingt es, Teilnehmer zu motivieren das Gelernte weiterzugeben und die Veränderung so voranzubringen. Das Bewusstsein muss geschaffen werden, dass auch aus eigener Kraft Veränderungen möglich und langfristig nützlicher sind als die Versorgung mit Hilfsgütern. So kann an der Wurzel des Problems angesetzt werden.

Technologie kann dabei enorm helfen und Prozesse beschleunigen. Vor 10 Jahren gab es noch kein iPhone mit Apps. Heute ist das Smartphone nicht mehr aus dem Alltag wegzudenken. Wie sieht unsere Welt in 10 Jahren aus? Ein so rasantes und exponentielles Wachstum, wie wir es einhergehend mit der Industrialisierung erleben, gab es auf unserem Planeten Erde noch nie. Der Planet hat sich langsam zu dem entwickelt, was er heute ist und wir zerstören ihn in einem rapiden Tempo. Die Ursachen dafür sind vielfältig. Jahrelang war ausschließlich CO2 der Sündenbock, nun wurde auch auf die Gefahr des Plastiks aufmerksam gemacht. Ursächlich sind dafür Autos, Immobilien und die Industrie, doch es bleibt die Frage, ob das der richtige Ansatz ist. Können wir mit Hilfe von neugewonnener Technologie einen positiven Impact schaffen? Die Relationen sind dabei das A und O. Ein Elektro-Mobil zu fahren und täglich Fleisch zu essen ist nicht fördernd. So sieht es auch beim Spenden und dem sozialen Engagement aus. Wer spendet, sollte für das Projekt einstehen und es verinnerlichen. Die Möglichkeiten, wo angesetzt werden kann, sind vielfältig, die Auswahl nicht einfach. Als Familienunternehmer sollte man als erstes im eigenen Unternehmen anfangen. Wie kann man die Technologisierung nutzen? Wie kann man ressourcenschonend und nachhaltig produzieren?

Die Interessen der Spender sind vielfältig sowie auch die Projekte, für die man sich einsetzen kann. Ein gemeinsamer Austausch in einem Netzwerk, wie dem Alphazirkel ist essentiell. Zusammen kann man mehr bewirken! Ein Zusammenschluss aus verschiedenen Interessenten und eine vielfältig aufgestellte Fördergemeinschaft, kann zu einem großen Impactverhelfen, den ein Einzelner nicht erreichen kann. Wir sollten gesellschaftliche Verantwortung übernehmen und den Anfang zunächst bei uns selbst setzen.

 

Zum Thema: „Tech for Good“

Zum dritten Mal widmet sich der ALPHAZIRKEL in seiner Auftaktveranstaltung des Neuen Jahres dem „Social Entrepreneurship“. Um der rasanten technologischen Entwicklung der Zeit mit allen Vor- und Nachteilen sowie den sich überschlagenden Umwelt- und Migrationsereignissen der letzten Jahre inhaltlich gerecht zu werden, beginnen wir das Jahr 2019 mit einem Einblick in „Tech for Good“. Hinter diesem Begriff verbirgt sich die Verwendung von neuen Technologien für gute Zwecke, für wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Mehrwert. Sucht man im Internet, so sind sich die Vertreter dieser Bewegung in ihrer Zielsetzung einig:

digital tech that solves the world’s problems or brings joy and hope to people“.

„So Tech for Good is: A community of peopleAbout making tech that addresses social, economic and environmental challengesAbout building that tech in a collaborative, user-led way with an end result that’s ethically right-on.“

„Tech for Good“ beschäftigt sich mit den Fragen, ob die Digitalisierung Zugang zu Bildung für alle schafft, ob Start-ups die Welt retten können, ob die Landwirtschaft dank smarter Technologien noch effizienter wird, wie Big Data, Blockchain oder Software-Lösungen global zu mehr Effizienz, Transparenz und Gerechtigkeit beitragen können?

Neben der Diskussion dieser Fragen wollen wir auch beleuchten, welche Möglichkeiten der Familienunternehmer hat, sich für „Tech for Good“ zu engagieren.

Wir freuen uns auf einen gewinnbringenden Austausch mit Ihnen und den Experten zum Thema auf unserem ALPHAZIRKEL Panel.

 

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