1. April 2020 um 17:00 – 18:00 ONLINE

„Stoff für die Zerreißprobe – die Textilbranche zwischen Schockzustand und Kampfgeist.“ Ein Unternehmergespräch.

Im Rahmen der ALPHAZIRKEL online conversations-Reihe: „Die Krise meistern – Unternehmer und Experten diskutieren und geben Rat im ALPHAZIRKEL Das Forum für Familienunternehmer“ sprach Alphazirkel Gründer & Sprecher Andreas E. Mach mit:

  • Christian Dierig (Sprecher des Vorstands | Dierig Holding AG)
  • Lothar Schäfer (Vorsitzender der Geschäftsführung | Appelrath Cüpper GmbH)
  • Dr. Daniel Terberger (Vorstandsvorsitzender | KATAG AG)

 

Über nachfolgenden Link können Sie sich einloggen, um die Aufnahme der Diskussion zu sehen: https://attendee.gotowebinar.com/recording/2184402355878703883

 

Lessons Learnt:

  • Die Corona Krise ist eine Zäsur, die den Abschmelzprozess in Industrie und Handel in Form eines Katalysators beschleunigen wird. (Dr. Daniel Terberger)
  • Die Lasten, die durch die Krise entstanden sind, müssen in einem „Lose-Lose“- Modell gerecht zwischen Händler und Industrie-Markenpartner geteilt werden und von beiden Seiten zu gleichen Teilen getragen werden. (Dr. Daniel Terberger)
  • Der Staat hat mit seinen Hilfsprogrammen und Krisen-Maßnahmen bis jetzt getan, was er tun konnte und sollte jetzt nicht überfordert werden; Jedes Unternehmen sollte sich gut überlegen, ob die Unterstützung durch den Staat wirklich unumgänglich ist; denn der Ruf nach dem Staat ist nicht immer das probate Mittel. (Christian Dierig)
  • Für Händler mit geringen Margen könnte es schwierig werden, die Kredite, die vom Staat gewährleistet werden, nach der Krise zurückzuzahlen. Daher muss der Staat diesen Händlern gezielt helfen. (Dr. Daniel Terberger)
  • Rabattschlachten nach Wiederöffnung des Handels sind zu erwarten. Es wäre jedoch wünschenswert, dass sich die Branche gesamthaft ruhig und solidarisch verhält. (Lothar Schäfer)
  • Die Krise bringt auch Chancen mit sich: es wird voraussichtlich eine gesteigerte Loyalität mit europäischen Anbietern geben und neue Geschäftsmodelle werden sich aus der Krise heraus ergeben. So stellt die Krise beispielsweise auch eine Chance dar, den Online-Handel auszubauen. (Lothar Schäfer; Christian Dierig)
  • Als Manager in der Coronakrise empfiehlt es sich, mit ruhiger Hand zu agieren und offen und ehrlich mit Mitarbeitern zu kommunizieren, um die angespannte Situation bestmöglich zu meistern. (Lothar Schäfer)

 

Zum Thema:

Die Frequenzrückgänge in Einkaufszentren und Innenstädten, der online-Handel und die Kaufzurückhaltung bei Mode und Textil und die Insolvenzen bekannter Modehersteller- und Händler sind nicht neu. Nun droht die Coronakrise das Dilemma zu verschärfen. Medien und Wirtschaftsforscher sagen eine Pleitewelle voraus und die vielleicht größte Rezession seit dem Ende des 2. Weltkriegs.

Filialisten setzen die Miete aus, Händler stornieren ihre Orders und sitzen auf großen Lägern aktueller Saisonware, die in Kürze nur noch mit einer Rabattschlacht verkauft werden kann, wenn der Einzelhandel wieder öffnen können wird, wann das sein wird, steht noch in den Sternen. Die einen predigen Solidarität zwischen Industrie und Handel. Fachgeschäfte sagen: „Die Industrie sitzt in einem Luxusdampfer, wir in einem Schlauchboot“. Genug Stoff für eine Zerreißprobe und eine Diskussion darüber, wie eine Branche in Zeiten von Corona ums Überleben kämpft und sich für die Zeit danach rüsten kann.

 

Cover: Simon Gehrke Kommunikationsdesign www.simongehrke.de

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