19. November 2020 um 17:00 – 18:00 ONLINE

„Sustainable Finance in Zeiten von Green Recovery nach der COVID-19 Krise für Familienunternehmer.“

Der Grüne Kapitalismus ist auf dem Vormarsch !

  • Was bedeutet die BlackRock-Ankündigung, nur noch sustainable zu investieren?
  • Bekommen Unternehmen, die nicht nachhaltig orientiert sind, zukünftig kein Geld mehr von Banken & Investoren?
  • Ist der Mittelstand für das „nachhaltige Zeitalter“ gerüstet?

Eine Diskussion mit BlackRock, der KPMG & dem UNEP Collaborating Centre for Climate & Sustainable Energy Finance der Frankfurt School of Finance & Management.

 

In der ALPHAZIRKEL online conversation diskutiert Andreas E. Mach über die neuen Herausforderungen, denen sich Familienunternehmen hinsichtlich der Anforderungen von Sustainable Finance in Zeiten von Green Recovery nach der COVID-19 Krise in besonderem Maße annehmen müssen, mit seinen Gästen:

  • Professor Dr. Kai C. Andrejewski (Regionalvorstand Süd, KPMG AG)
  • Karsten Löffler (Head des UNEP Collaborating Centre for Climate & Sustainable Energy Finance der Frankfurt School of Finance & Management gGmbH)
  • Dirk Schmitz (CEO of BlackRock Asset Management Deutschland AG | Country Head of Germany, Austria and Eastern Europe)

 

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Lessons Learnt

  • Der „grüne Kapitalismus“ ist auf dem Vormarsch – das bisherige Modell ändert sich: Renditen ändern sich aufgrund des faktischen Klimawandels, die Regulatorik greift in Marktmechanismen ein und es gibt ein Umdenken und Hinterfragen in der Gesellschaft. (Dr. Kai Andrejewski)
  • Es besteht eine gewisse Gefahr, dass durch zu starkes Eingreifen in die Regulatorik der Marktwirtschaft zu wenig Kapitalismus übrigbleibt, der jedoch für die Innovationsfähigkeit notwendig ist, um das Klimaproblem zu lösen. (Dr. Kai Andrejewski)
  • In der allgemeinen Risikoanalyse von Finanzprodukten werden Nachhaltigkeitsrisiken immer wichtiger. Der Kapitalmarkt wird wesentlich schneller agieren als die Politik und die Regulatorik → Unternehmen werden von wichtigen Kapitalströmen abgeschnitten, wenn sie nicht nachhaltig agieren. (Dirk Schmitz)
  • Es besteht ein spürbarer Innovationsdruck (im deutschen Mittelstand), sein Geschäftsmodell an das Umdenken und die neue Regulatorik anzupassen. (Dr. Kai Andrejewski)
  • Es ist entscheidend zu definieren, was ein nachhaltiges Geschäftsmodell ist → Dies versucht die Taxonomie der EU. (Dr. Kai Andrejewski)
  • Die IPSF ist das Werkzeug der EU-Kommission, um die „EU Sustainable Finance Agenda“ zu internationalisieren und eine Plattform für den Dialog mit wichtigen globalen Akteuren zu schaffen. Das Ziel ist es, die Taxonomien der großen Wirtschaftsräume anzunähern und einen internationalen Standard zu finden. (Karsten Löffler)
  • Wir sind noch weit entfernt von einer einheitlichen Taxonomie und einer globalen Koordinierung der Nachhaltigkeitsstrategien. Das ist jedoch keine Ausrede dafür, jetzt nicht zu beginnen. Die größten Akteure und damit auch Deutschland und Europa müssen mit gutem Beispiel vorangehen. (Dirk Schmitz)
  • Als erster Schritt ist es notwendig, Nachhaltigkeitsrisiken in Unternehmen messbar, transparent und offen zu machen. (Dirk Schmitz)
  • Das Investitionsverhalten der Bürger ändert sich momentan sehr stark. Impactfonds und nachhaltige Investments werden deutlich stärker nachgefragt. (Dirk Schmitz)
  • Im Vergleich zur Digitalisierung ist der Druck hin zu Nachhaltigkeit direkter und präsenter und kommt auch aus der Gesellschaft. (Dr. Kai Andrejewski)
  • Der gesamte Themenkomplex Nachhaltigkeit muss positiv und als Chance gesehen werden. (Dirk Schmitz)
  • Der EU Green Deal spielt eine große Rolle, weil er eine klare Signalwirkung hat. Er bietet eine große Chance, die Geschäftsmodelle von morgen nachhaltig aufzustellen. (Karsten Löffler)

 

Zum Thema:

Die neue Welt nach bzw. mit COVID-19 fordert von jedem Einzelnen von uns, dass wir als Unternehmer als „vierte Macht im Staat“ gefordert sind, die Welt zu gestalten, in der wir alle gerne leben würden. Dazu gehört vor allem, dass wir Verantwortung zeigen, nicht nur für unsere Familien und unsere Unternehmen, sondern auch für das große Ganze, für unsere Gesellschaft im Umbruch und für die Umwelt und nachhaltige Unternehmensführung. Begriffe wie „Sustainable Development Goals“ (SDG) und „Environment, Social und Governance“ (ESG) sind keine Worthülsen für Weltverbesserer – es sind die Herausforderungen der neuen Realität.

Das Thema „Sustainable Finance“ ist für Familienunternehmen in besonderem Maße von Bedeutung. Nachhaltige Finanzierung bezieht sich auf die Einbeziehung von Umwelt-, Sozial- und Governance-Aspekten in der Entscheidungsfindung von Finanzakteuren, insbesondere den Banken. Nach dem Pariser Abkommen konzentrierten sich die Bemühungen auf die Eindämmung des Klimawandels und die Anpassung an den Klimawandel. In diesem Zusammenhang steht die Bankenaufsicht vor der Aufgabe, sicherzustellen, dass Nachhaltigkeitsrisiken, einschließlich klimarelevanter Risiken und Risiken aus dem Übergang zu einer nachhaltigeren Wirtschaft, von den Instituten angemessen berücksichtigt werden, was nichts anderes heißt, dass Kredite nur noch jenen zur Verfügung stehen werden, die die Nachhaltigkeitsrisiken in ihren Unternehmen angemessen managen.

Dies erfordert für den Unternehmer eine aktive Unternehmenssteuerung nach den Prinzipien der Nachhaltigkeit. Hierfür stehen klare Kennzahlen zur Verfügung, die die Unternehmen erheben, berechnen und verwalten müssen – und vor neue Herausforderungen stellen. Für Investoren und Private Equity gilt, was BlackRock bereits angekündigt hat: alle Geschäftsmodelle, in die der Fonds als einer der größten Vermögensverwalter weltweit investiert, müssen „sustainable“ sein. Der Grüne Kapitalismus ist auf dem Vormarsch.

Der ALPHAZIRKEL als Unternehmer-Sparring widmet sich seit 15 Jahren insbesondere den Beispielen erfolgreicher Unternehmensführung, die Wertschöpfung, Nachhaltigkeit, Innovation und Werte miteinander verbinden. In unserer online conversation diskutieren wir, welchen neuen Herausforderungen sich Familienunternehmen hinsichtlich der Anforderungen von Sustainable Finance in Zeiten von Green Recovery nach der COVID-19 Krise in besonderem Maße annehmen müssen.

 

 

Kurz vorgestellt:

Prof. Dr. Kai C. Andrejewski ist Regionalvorstand für die Region Süd der KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft. Darüber hinaus betreut er als Wirtschaftsprüfer mehrere börsennotierte Unternehmen und ist Leiter des Audit Committee Institute e.V. Seit 2011 ist Kai C. Andrejewski Professor für Allgemeine Betriebswirtschaftslehre, insbesondere International Accounting und Auditing, an der Privaten Fachhochschule Göttingen. Er ist Mitglied der Prüfungskommission der Wirtschaftsprüferkammer sowie Mitglied der Schmalenbachgesellschaft. In seiner Funktion als Managing Partner ist er im Rahmen der KPMG Thought Leadership Initiative für das Zusammenspiel der Themen Geopolitics, ESG und Technology verantwortlich.

Karsten Löffler ist seit 2017 Head des UNEP Collaborating Centre for Climate & Sustainable Energy Finance der Frankfurt School of Finance & Management gGmbH. Von 1989 bis 2017 war er für die Allianz Group tätig, zuletzt als Geschäftsführer von Allianz Climate Solutions, dem konzerninternen Innovationshub zur Einbeziehung von klimawandelbedingten Chancen und Risiken in die globale Geschäftsstrategie. Karsten Löffler ist zertifizierter internationaler Investmentanalyst (CIIA), Mitglied des Lenkungskreises der Wissenschaftsplattform Nachhaltigkeit 2030 und seit 2019 in der Geschäftsführung des Sustainable Finance Beirats der Bundesregierung tätig. Karsten Löffler ist zudem Geschäftsführer des Green and Sustainable Finance Cluster Germany. Er repräsentierte das Cluster in der Technical Expert Group on Sustainable Finance der EU Kommission und ist nun Mitglied der neu etablierten „Platform on Sustainable Finance“.

Dirk Schmitz ist Managing Director. Länderchef für Deutschland, Österreich und Osteuropa sowie Vorstandsvorsitzender der Blackrock Asset Management Deutschland AG. Zu BlackRock wechselte er im Januar 2018 von der Deutschen Bank. Dort hatte er mehrere Jahre den gesamten Bereich Corporate Banking & Securities für Deutschland verantwortet, in dem die Bank ihr Banking- und Kapitalmarktgeschäft für institutionelle und Firmenkunden bündelte.  In seiner letzten Funktion bei der Deutschen Bank war Dirk Schmitz Leiter des Bereichs Global Markets für Deutschland. Davor arbeitete er 10 Jahre für Morgan Stanley. Von London aus leitete er den Vertrieb strukturierter Produkte für die Region EMEA und war in Frankfurt als Vorstandsmitglied der Morgan Stanley Bank AG für deren Markets-Geschäft in Deutschland und Österreich verantwortlich. Dirk Schmitz begann seine Karriere bei JP Morgan in New York und London in dessen Swaps- und Derivate-Abteilung.

Cover: Simon Gehrke Kommunikationsdesign www.simongehrke.de

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