13. April 2021 um 17:00 – 18:30ONLINE

New Visions: „Wie kann Mobilität 2040 aussehen? Welche Fahrzeuge, Standards und Infrastruktur werden wir für Personen und Güter brauchen?“

Dr. Albert M. Geiger im Gespräch über Zukunftsszenarien mit:

    • Prof. Dr.-Ing. Klaus Bogenberger (Lehrstuhl für Verkehrstechnik | TU München)
    • Prof. Dr.-Ing. Uwe Clausen (Institutsleiter, Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik (IML) | Vorsitzender Fraunhofer-Allianz Verkehr | Institutsleiter, Institut für Transportlogistik der Technischen Universität Dortmund)
    • Kirstin Hegner (Managing Director Digital Hub Mobility an der TU München)
    • Dr. Martin Koers (Geschäftsführer Verbandsmanagement & Mitgliederservice | Verband der Automobilindustrie (VDA) e.V.)
    • Sabine Lehmann (Geschäftsführerin | Landesverband Bayerischer Spediteure e.V.)
    • Dr. Bernd Rosenbusch (Geschäftsführer | Münchner Verkehrs und Tarifverbund GmbH / MVV)
    • Marc Schindler (Geschäftsführer | ottobahn GmbH)

 

Hier geht es zum Podcast

 

Die Ergebnisse der Diskussion fließen in das Positionspapier der Arbeitsgruppe „Mobilität 2040“ des Münchner Wirtschaftstages 2021 ein, organisiert vom Wirtschaftsbeirat Bayern.

 

Zum Thema:

Die von uns gewohnte Mobilität ist an ihre Grenzen gekommen. Sie muss – zumindest in Städten wie München – neu erfunden werden. Urbanisierung, Klimawandel und Digitalisierung haben zunehmend sehr großen Einfluss auf die Mobilität der Zukunft. Mit unserem Panel und Zuhörern möchten wir diskutieren, wie die Mobilität 2040 in den Städten aussehen kann und möchten Antworten auf folgende Zukunftsfragen formulieren:

  • Welche Infrastruktur ist aktuell wie zukünftig in der Stadt notwendig, um zugleich das steigende Bedürfnis nach Mobilität zu befriedigen und den Verkehrsfluss zu verbessern?
  • Wie kann dem Güterverkehr der richtige Stellenwert zugeordnet werden – bei steigender Nachfrage und zunehmender Kleinteiligkeit von Paketzustellungen?
  • Welche Veränderungen (Pandemien, Home-Office, Umweltbewusstsein, Stadtflucht) werden bis 2040 Einfluss auf die Mobilität genommen haben?
  • Wieviel Mobilität und welche Infrastruktur wird die Stadt München in 2040 wirklich noch brauchen?
  • Wie kann der CO2-Ausstoß der Mobilität nachhaltig gesenkt werden?
  • Welche Form der Mobilität/Fahrzeuge wird es dank neuer Technik in München geben?

 

Kurz vorgestellt:

Dr. Klaus Bogenberger ist Professor am Lehrstuhl für Verkehrstechnik der TU München und beschäftigt sich mit der Theorie des Verkehrsablaufs im urbanen Verkehr und auf Autobahnen. Für die mathematische Modellierung werden vor allem neue Datenquellen, wie Fahrzeugdaten oder Drohnendaten verwendet. Darauf aufbauende Verkehrssimulationen werden zur Analyse der verkehrlichen Wirkungen von z.B. autonomen Fahrzeugen oder neuen Steuerungsverfahren eingesetzt. Die Entwicklung innovativer Verkehrssteuerungsverfahren unter der Einbeziehung von Fahrzeugdaten und zur Verbesserung der Verkehrssituation für Fußgänger und Radfahrer steht aktuell im Mittelpunkt seiner Forschungen. Seit Jahren beschäftigt er sich auch mit Verfahren zur Analyse der Qualität von Verkehrsinformationen. Weitere Forschungsschwerpunkte sind Sharing Systeme und neue Formen des öffentlichen Personennahverkehrs, z.B. On-Demand-Angebote, Roboter-Taxi-Systeme und urbane Seilbahnen.

Prof. Dr.-Ing. Uwe Clausen ist Institutsleiter am Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik IML, Vorsitzender Fraunhofer-Allianz Verkehr und Institutsleiter des Instituts für Transportlogistik der Technischen Universität Dortmund. Von Juli 2002 bis Juli 2005 war er Dekan der Fakultät Maschinenbau der Universität Dortmund und von Juli 2005 bis August 2008 Prodekan der Fakultät Maschinenbau. Er studierte Informatik an der TH Karlsruhe und promovierte an der Universität Dortmund. Nach seiner wissenschaftlichen Tätigkeit als Abteilungsleiter Verkehrslogistik am Fraunhofer IML war er zunächst als Projektleiter Logistik für die Deutsche Post AG tätig und später als Geschäftsführer der Tochterfirma IPP Paketbeförderung GmbH in Österreich. Danach wechselte Prof. Clausen zu Amazon.de nach Bad Hersfeld und war zuletzt European Operations Director bei Amazon.com, bevor er am 01. Februar 2001 ans Fraunhofer IML zurückkehrte.

Kirstin Hegner ist Managing Director von Digital Hub Mobility an der TU München. Digital Hub Mobility ist einer von zwölf Hubs der Digital Hub Initiative, die vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) und Bitkom in 2017 ins Leben gerufen wurden. Die Initiative will Deutschlands herausragende Position als Innovationsstandort im Bereich Mobilität stärken und eine nachhaltige Mobilität für alle in einer lebenswerten Stadt schaffen. Dabei arbeitet der Hub eng mit Städten, Unternehmen und Start-ups zusammen. Beim Format „citizen mobility” wird mit Städten, Unternehmen und Start-ups in agilen Sprints daran gearbeitet, die Mobilitätsprobleme der Bürgerinnen und Bürger zu lösen. Am 11. März befasste sich Digital Hub Mobility in seinem Mobilfunk LIVESTREAM mit Impulsen für die Zukunft der Mobilität, stieß Diskussionen an und zeigte Wege auf zu nachhaltiger Mobilität in einer lebenswerten Stadt. Hier erhalten Sie mehr Infos.

Dr. Martin Koers ist seit Februar 2019 Geschäftsführer des VDA. In dieser Funktion zeichnete er zunächst insbesondere für das Zulieferergeschäft im VDA sowie die strategische Neuausrichtung der IAA am Standort München verantwortlich. Mit der VDA-Strukturreform zum 01.10.2020 übernahm er das Verbandsmanagement im VDA mit den zentralen Bereichen Finanzen, Personal, IT sowie Recht & Compliance. Überdies verantwortet er in dieser Rolle den Ausbau des neu geschaffenen Bereichs Mitgliederservice, der sich u.a. der konzeptionellen Weiterentwicklung des VDA um neue Akteure der Mobilitätskette aus der Tech-, Dienstleistungs- und Start Up Szene widmet. Auch fällt das Business Excellence Center des VDA mit dem Qualitätsmanagement Center (QMC) und dem Automotive Quality Institute (AQI) in seinen Verantwortungsbereich. Seit November 2007 zeichnete er für unterschiedliche Funktionen im VDA verantwortlich, darunter die Wirtschafts-, Außenwirtschafts- und Klimaschutzpolitik, bevor er im Februar 2019 die Aufgaben des VDA-Geschäftsführers übernahm.

Sabine Lehmann ist seit Oktober 2017 Geschäftsführerin der LBS – Landesverband Bayerischer Spediteure e.V. Die Volljuristin und Kauffrau für Spedition und Logistikdienstleistungen leitete zuvor 19 Jahre das Referat Verkehr und nachhaltige Mobilität bei der IHK für München und Oberbayern. Verlässliche und praxisorientierte Rahmenbedingungen für die bayerische Speditions- und Logistikbranche sind ihr enorm wichtig. Die Bandbreite ihrer Themen reicht von der Luftreinhaltung der Innenstädte über das EU-Mobilitätspaket, die dringend nötige Verbesserung unserer Verkehrsinfrastruktur bis hin zu den Entsendevorschriften mit den Mindestlohnregelungen in grenzüberschreitenden Verkehren. Der LBS – Landesverband Bayerischer Spediteure e.V. vertritt als bayerischer Branchenverband die Interessen von ca. 450 Unternehmen aus dem gesamten Spektrum des Speditions- und Logistikgewerbes als „Architekten des Verkehrs“. Der Verband repräsentiert die Unternehmen im Bereich logistischer Dienstleistungen, des Lagergeschäftes und der Kontraktlogistik, im Straßengütertransport, im Möbel- und Umzugsverkehr, in der Luftfracht, im Schienengüterverkehr sowie bei der Befrachtung von See- und Binnenschifffahrt.

Dr. Bernd Rosenbusch ist Geschäftsführer des Münchner Verkehrs- und Tarifverbundes (MVV). Nach dem Studium der Betriebswirtschaftslehre in Mannheim und der dort anschließenden Promotion begann Herr Rosenbusch 2001 beim Personenverkehr der Deutschen Bahn AG in der Strategieabteilung und wurde 2003 Abteilungsleiter für das Preis- und Erlösmanagement bei der DB Regio AG. Von dort wechselte er 2006 als Marketingleiter zu DB Regio Bayern. 2015 begann er als Vorsitzender und kaufmännischer Geschäftsführer der Bayerischen Oberlandbahn GmbH und der Bayerischen Regiobahn GmbH und führte die Tätigkeit drei Jahre aus. Am 1. Oktober 2018 übernahm Dr. Rosenbusch die MVV-Geschäftsführung.

Marc Schindler ist Geschäftsführer der im Juli 2019 gegründeten ottobahn GmbH, die privat finanziert ist und dessen Team überwiegend aus hochqualifizierten Softwareentwicklern und Maschinenbauingenieuren besteht. Das Team entwickelt ein emissionsfreies und vollautomatisiertes Transportsystem für Menschen und Güter oberhalb heutiger Straßen und bietet damit enorme, vom heutigen Verkehr vollständig entkoppelte Transportkapazitäten. Die Strecken fügen sich nahtlos ins Stadtbild ein und schaffen dabei zusätzlichen Raum für Fußgänger und Grünflächen. Die vollautonomen Gondeln ermitteln selbstständig ihre Route und bringen den Fahrgast ohne Zwischenhalte an sein Ziel. Auf hochfrequentierten Streckenabschnitten ermöglichen parallel verlaufende Schienen die fließende Einbindung des Ein- und Aussteigens in den laufenden Verkehr. Die Vision von ottobahn ist die grüne Stadt der Zukunft. Das Projekt trägt zudem zu den UN Sustainable Development Goals bei.

 

Cover: Simon Gehrke Kommunikationsdesign www.simongehrke.de

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