2. März 2021 um 17:00 – 18:00ONLINE

„Medizin von der Stange – oder lieber maßgeschneidert und passgenau?“ Wie man mit Investitionen in die Genomsequenzierung die Diagnostik, Therapien und Prävention verbessern kann.

  • Die Medizin der Zukunft wird eine personalisierte Präzisionsmedizin sein.
  • Es besteht die Möglichkeit der Investitionen in neue Sequenziertechnologien.
  • Diese Diagnostik ist bedeutsam für die korrekte Bestimmung seltener vererbter Erkrankungen, die Darstellung genetischer Veränderungen in Krebszellen und in der aktuellen SARS CoV2 Pandemie.
  • Die Entwicklung neuer, individualisierter Medikamente und Therapien wird dadurch eröffnet.

 

Dr. Albert M. Geiger über Investitionen in vielversprechende Forschung mit:

  • Professor Dr. Dr. Christoph Klein (Ordinarius für Kinder- und Jugendmedizin an der LMU (Leibnizpreisträger 2010), Gründer und Vorstand der Care-for-Rare Foundation, Stiftung für Kinder mit seltenen Erkrankungen)
  • Dr. Cord Dohrmann (Chief Scientific Officer von Evotec SE, Mitglied des Wissenschaftsrats der Bundesrepublik Deutschland)
  • Marco Janezic (Founder / Managing Director at Blue Ribbon Partners GmbH)
  • Rudi Schmidt (CEO der Broermann Research GmbH und Konzernbereichsleiter Precision Medicine der Asklepios Kliniken)

 

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Lessons Learnt:

  • Es gibt große Möglichkeiten für die Biotechnologieindustrie und die Medizin, eine weltweite Führungsposition einzunehmen. (Dr. Cord Dohrmann)
  • Ein großes Thema der Zukunft wird sein, wie man mit der alternden Bevölkerung und einer zunehmenden Pflegebedürftigkeit der Bevölkerung in Deutschland umgeht → daraus ergibt sich ein großer Bedarf und eine Chance für Präventivmedizin. (Dr. Cord Dohrmann)
  • Es gibt einen Trend zur Digitalisierung der Lebenswissenschaften, die die präventive Präzisionsmedizin erst möglich macht und die Branche nachhaltig verändern wird. (Marco Janezic)
  • In der Forschung ist Deutschland weltweit vorne dabei, in der Umsetzung der Forschung in Geschäftsmodelle gibt es jedoch noch erheblichen Aufholbedarf. (Marco Janezic)
  • Das aktuelle Gesundheitssystem verhindert Innovationen und auch den Einsatz von Präzisionsmedizin. (Rudi Schmidt)
  • Gemeinnützige Stiftungen, wie die Care-for-Rare Stiftung, eröffnen die Möglichkeiten für Innovation und neue Diagnostik und Behandlungen. Gleichzeitig braucht es auch ein besseres Ökosystem, um mehr Gründungen von for-profit Unternehmen zu erreichen und die guten Ideen (aus der Forschung) umzusetzen. (Professor Dr. Dr. Christoph Klein)
  • Für ein erfolgreiches Ökosystem im Bereich Life Sciences aufzubauen, muss in Europa mehr Kapital gefördert werden. (Marco Janezic)
  • Innovation in der (Präzisions-) Medizin und Biotech-Branche ist unterfinanziert in Europa, sowohl vom Staat als auch von privaten Investoren. (Rudi Schmidt)
  • Man muss in Deutschland nach neuen passenden Modellen für Life Science und Biotech Unternehmen suchen und nicht nur versuchen, die USA und zu kopieren. (Dr. Cord Dormann)
  • In Deutschland brauchen wir neben dem Spirit neue for-profit Unternehmen zu gründen, auch eine Bewegung persönlich Verantwortung zu übernehmen und in gemeinnützige Organisationen zu investieren. (Prof. Dr. Dr. Christoph Klein)

 

Zum Thema: Die Medizin der Zukunft wird eine personalisierte Präzisionsmedizin sein

Die Entschlüsselung des humanen Genoms hat vor zwei Jahrzehnten ein neues Kapitel der Medizingeschichte eröffnet – dank moderner Sequenziertechnologien können heute innerhalb kurzer Zeit individualtypisch genetische Variationen bestimmt werden. Diese Diagnostik ist für die korrekte Bestimmung seltener vererbter Erkrankungen ebenso wie für die Darstellung genetischer Veränderungen in Krebszellen klinisch höchst bedeutsam. Die aktuelle SARS CoV2 Pandemie unterstreicht die Relevanz der neuen Sequenziertechnologien auch aus einer anderen Sicht: Ohne flächendeckende Sequenzbestimmungen des SARS CoV2 Virus wird es äußerst schwierig, das Infektionsgeschehen in seiner ganzen Dynamik adäquat abzubilden.

In der klinischen Routine kann heute etwa bei 1/3 aller Patienten mit einer seltenen Erkrankung eine Diagnose gestellt werden – diese Entwicklung ist gut, aber noch keineswegs zufriedenstellend. Auch Menschen mit einer Prädisposition zu „häufigen” Erkrankungen können profitieren – die Medizin der Zukunft wird eine personalisierte, partizipative Präzisionsmedizin sein. Bayern könnte hier eine Pionierrolle einnehmen.

Anlässlich des „Rare Disease Day – internationaler Tag der Seltenen Erkrankungen“ am 28. Februar 2021 möchten wir in unserer Diskussion mit Professor Dr. Dr. Christoph Klein und Familienunternehmen, Forschern und Investoren, die im Bereich der Sequenzierung tätig sind, auf die Investitionsmöglichkeiten in diesem Bereich aufmerksam machen, der vor allem mit Ausbruch der Pandemie einen dringlichen und neuen Stellenwert erhalten hat.

Mehr Informationen zu Care-for-rare

Cover: Simon Gehrke Kommunikationsdesign www.simongehrke.de

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