21. Oktober 2020 um 18:00 – 19:00 ONLINE

ALPHAZIRKEL SCHWEIZ: “Lieber selber gründen als nachfolgen?!”

Die gesamte Aufnahme der Diskussion sowie den zugehörigen Podcast finden Sie auf unserer Webpage unter: https://alphazirkel.de/publikationendownloads/

 

  • Wie hat sich die Nachfolge im Familienunternehmen geändert?
  • Welche Wege will die Next Gen einschlagen und warum?
  • Ebnet die Gründung eines eigenen Startups den Weg für Innovation im Herkunftsbetrieb?
  • Oder liegt die Motivation schlichtweg in der Selbstverwirklichung?
  • Gehört die geordnete Nachfolgeregelung der Vergangenheit an?

 

Gemeinsam mit dem Studentenverein The Family Business Club luden wir Sie herzlich ein zu einer von Dr. Albert M. Geiger (Managing Partner ALPHAZIRKEL International) moderierten online Diskussion mit Nachfolgern aus Familienunternehmern, die ihr eigenes Unternehmen gegründet und die klassische Nachfolge im Familienunternehmen (noch nicht) wahrgenommen haben:

  • Judith Noerpel-Schneider (Co-Founder des Startups Pricenow und Mitglied der Geschäftsleitung im eigenen Familienunternehmen NOERPEL-Gruppe)
  • René Grünenfelder (Founder des Labels Carpasus und Verwaltungsratmitglied im eigenen Familienunternehmen GK Grünenfelder Group AG)
  • Isabel Russ (Start-Up Coach bei Russ Consulting)
  • Sarna Röser (Vorstandsmitglied Social Angels Stiftung, Mitglied der Geschäftsleitung und Prokuristin der Röser FAM GmbH & Co. KG und Nachfolgerin bei der Zementrohr- und Betonwerke Karl Röser & Sohn GmbH, Bundesvorsitzende des Verbands DIE JUNGEN UNTERNEHMER)
  • Begrüssung durch Fabio von May (Präsident Family Business Club)

 

Lessons Learnt:

  • Die Motivation, trotz oder gerade wegen eines Familienunternehmens selber zu gründen, ist oftmals befeuert von dem Wunsch, auf eigenen Beinen stehen zu wollen, seine eigenen Erfahrungen machen zu wollen, selbst Verantwortung zu übernehmen und mehr Agilität und Flexibilität erlernen zu können. Dies gestaltet sich im Umfeld eines Familienunternehmens oft als schwierig.
  • Die Erfahrungen und Learnings, die potentielle NachfolgerInnen mit dem eigenen Gründen oder der Arbeit in einem Startup gewonnen haben, bieten für die spätere Integration und den Transfer im Familienunternehmen einen großen Mehrwert.
  • Viele UnternehmerInnen haben zwar den Willen, etwas zu bewegen, zu verändern und mitanzupacken, jedoch fehlen in Deutschland oft die Rahmenbedingungen dies auch wirklich umzusetzen. Deutschland ist in vielerlei Aspekte ein digitales Entwicklungsland, vor allem in Sachen Verwaltung oder Bürokratie. Um mit Konkurrenten aus dem Ausland mithalten zu können, müssen aber nicht nur diese Hürden verringert werden. Auch Familienunternehmen müssen risikofreundlicher, experimentierfreudiger, resilienter und mutiger werden.
  • Aus den vielseitigen Erfahrungen von GründerInnen und NachfolgerInnen lässt sich feststellen, dass die Herausforderungen von Familienunternehmen heutzutage über die Industrien hinaus gehen und sehr viel ähnlicher und branchenübergreifender geworden sind als dies früher der Fall war.
  • Viele einflussreiche Positionen und Bereiche sind nach wie vor von Männern besetzt, dennoch lässt sich auch ein Trend hin zu einer weiblicheren Führung und Leitung von Unternehmen erkennen. Um jedoch gleiche Chancen für alle zu ermöglichen, sind nicht nur ein Wandel im eigenen Mindset und der Wille zur Veränderung nötig, sondern vor allem auch geeignete und unterstützende Rahmenbedingungen unter anderem von der Politik.
  • Der Blick in die Zukunft lässt nicht nur auf soziale und technische Innovationen hoffen, sondern auch auf ein gemeinsames Mitgestalten, voneinander Lernen und das Übernehmen von Verantwortung.
  • Obwohl die Nachfolgegeneration aktiver geworden ist, muss am Ende jeder selbst entscheiden, was für sie oder ihn das Beste ist. Ob es der Einstieg ins Familienunternehmen, das Gründen oder das Arbeiten im Startup ist – den eigenen Weg zu finden ist jedoch so individuell wie der Mensch selber.

 

Zum Thema:

Junge Nachfolger von Familienunternehmen finden heute längst andere Rahmenbedingungen vor als ihre Vorfahren. Nicht nur die Schnelllebigkeit, auch der Druck global gesehen innovativer sein zu müssen, um zu bestehen, lässt die Millennials völlig neue Wege einschlagen als es vor 15 Jahren noch üblich war. Hinzu kommen politische, demographische, wirtschaftliche, pandemische, vor allem auch klimatische und technische Änderungen, auf die ein Nachfolger heute reagieren muss. Das birgt Unsicherheiten, aber auch enorme Chancen.

Die Next Generation kann nach wie vor den direkten Weg der Nachfolge antreten. Üblich ist, entweder „inhouse“ einige Stationen zu durchlaufen oder durch Studium, Auslandsaufenthalt und Training bei anderen Unternehmen zusätzliche Einblicke ins Unternehmertum zu gewinnen. Immer mehr ist aber eine neue Generation von Gründern zu beobachten, die aus Familienunternehmen stammen. Sie denken in völlig neuen Dimensionen, sind global vernetzt und möchten auch ihren eigenen Weg einschlagen, ob innerhalb oder außerhalb des Familienunternehmens, aber immer mit dem Familienunternehmer-Gen im Gepäck.

Die Motive für den „eigenen Weg“ sind so vielseitig wie die Persönlichkeiten dahinter. Ob das Ziel in der bestmöglichen Ausnutzung digitaler Technologien liegt, in der kreativen Disruption, in der Professionalisierung und Diversifikation – oder darin, die Welt durch social entrepreneurship etwas besser zu machen: Erfolg hat viele Gesichter und Wege!

 

Kurz vorgestellt:

  • Judith Noerpel-Schneider studierte BWL in München und absolvierte anschließend ihren Master an der Hochschule St. Gallen (Leadership). Bereits während ihres Studiums gründete sie das Start-Up Pricenow Damit schaffte sie es unter die Forbes 30 under 30 in der Kategorie Tech. Nach dem Studium entschied sie sich für eine Doppelrolle: als Co-Founderin im eigenen Start-Up sowie als fünfte Generation im Marketing-Bereich im eigenen Familienunternehmen als Mitglied der Geschäftsleitung.

 

  • René Grünenfelder ist Founder von Carpasus. Der Rheintaler hat an der Universität St. Gallen (HSG) Internationale Beziehungen studiert. Er hat sich entschieden, lediglich im Verwaltungsrat des Familienunternehmens GK Grünenfelder Group AG in Kriessern Einsitz zu nehmen und verfolgt nebenbei seine eigenen Projekte. Er hat 2015 den Modebrand CARPASUS gegründet, mit dem er nachhaltig hergestellte Herrenhemden anbietet.

 

  • Isabel Russ verschlug es zum Studium an die University of Warwick, wo sie Volkswirtschaft studierte. Den Master absolvierte Russ dann an der Hochschule St. Gallen (Banking and Finance) und blieb anschließend in der Schweiz, um bei der Neuen Zürcher Zeitung im Bereich Investmentstrategien tätig zu werden. 2016 zog Russ nach Wien, wo sie für Speedinvest unter anderem neue Investments auswählte und Portfoliounternehmen beobachtet hat. Heute ist sie als Start-Up Coach bei Russ Consulting tätig. Isabel gehört zu den Forbes 30 under 30 im Bereich Technologie 2018.

 

  • Sarna Röser studierte Internationale Betriebswirtschaft in Stuttgart und an der Northumbria University in Newcastle. Nach ihrem Studium stieg sie 2009 in die elterliche Social Angels Stiftung als Vorstandsmitglied mit ein. Außerdem ist sie ist Mitglied der Geschäftsleitung und Prokuristin der Röser FAM GmbH & Co. KG und Nachfolgerin des 1923 gegründeten Familienunternehmens Zementrohr- und Betonwerke Karl Röser & Sohn GmbH. Seit März 2018 ist Sarna Röser Bundesvorsitzende des Verbands DIE JUNGEN UNTERNEHMER. Neben den typischen Nachfolgerthemen bringt Sarna Röser auch Gründungs- und Start-up Erfahrung mit.

 

Cover: Simon Gehrke Kommunikationsdesign www.simongehrke.de

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